"Mein Hase ist auch alleine glücklich - der freut sich, wenn er mich sieht, ich ihm seine Flocken gebe und er ein bisschen hoppeln kann "

Überdenken wir diese oft gehörte Aussage kurz mit einem Beispiel:
Nehmen wir an, wir müssten unseren Tag in einem Zimmer, so groß wie eine Gästetoilette, verbringen und sitzen direkt neben oder gar auf dem Klo. Abends kommt dann ein Dinosaurier und bringt uns Maultaschen - Maultaschen - und zwar jeden Tag.
Er spricht komisch, riecht komisch, zerzaust uns die Haare und geht nach 10 Minuten wieder. 

Wären wir glücklich?
Nun ja irgendwann freundet man sich aus lauter Einsamkeit auch mit dem Dinosaurier an, oder?

Zusammenfassend: 

  • Ein Kaninchen bitte nie alleine halten! Mindestens zwei sollten da sein zum Kommunizieren, Öhrchen ausschlecken, Kuscheln und Schmusen. Kaninchen sind äußerst mitteilungsbedürftig über ihre eigene Art der non-verbalen Kommunikation. 
  • Auch eine Gesellschaft von Meerschweinchen oder anderen Tieren ist keine Alternative, da diese eine komplett andere Sprache/Körpersprache haben.  
  • Sollten es nur 2 bleiben, ist die harmonischste Kombination sehr wahrscheinlich zwei  kastrierte Rammler oder ein Pärchen. Zwei Damen haben da schon eher das Potenzial sich in die Wolle zu kriegen, aber das ist alles sehr abhängig vom Charakter der einzelnen Tiere. Unserer Erfahrung: Je größer die Rasse, desto entspannter sind die Tiere. Kleine freche Wirbelwinde funktionieren sehr gut mit großen und entspannten Kaninchen. Es kommt alles auf den Charakter an und letztlich muss immer einer der Chef sein, weshalb die Dominanz eine wichtige Rolle spielt. 
  • Absolut keine Käfighaltung und mind. 2 qm pro Tier mit vielen Versteck- und Beschäftigungsmöglichkeiten. In Außenhaltung muss ein marder- und greifvogelsicherer Auslauf 24 h lang gewährt sein - mit einem sicheren Haus, das auch als Schutzhütte dient.
  •  In Innenhaltung gilt fast das Gleiche, wie mit einem Kleinkind. Kabel und giftige Sachen (Stichwort Topfpflanzen, Steckdosen, Kabel) müssen außer Reichweite sein. Auch hier braucht es Häuser, Verstecke, Beschäftigungsmöglichkeiten.
  • Wildkaninchen haben auch keine Flocken oder Pellets - daher Frischfutter und Wassernäpfe - keine Nippeltränken. Gibt's in der Natur ja auch nicht, sondern nur Bäche, Seen und Pfützen.
  • Auch eine Toilette (am besten eine pro Tier) zur Verfügung stellen. Kaninchen können sehr schnell stubenrein werden. Es liegt nicht in ihrer Natur, "Böbbel" fallen zu lassen. So könnten ja immerhin Fressfeinde auf sie aufmerksam werden. Sie suchen sich sehr schnell ihre "Klo-Ecke", in der sie alles beobachten können und sicher sind. Es empfiehlt sich auch, diese in der Nähe vom Heu und Futter zu halten. Wenn oben was rein kommt, fällt unten was raus. Dies liegt am sogenannten Stopfdarm, den Kaninchen haben. Kaninchen müssen unbegrenzt Zugang zu Futter haben und dürfen niemals ausnüchtern oder fasten. Eine sogenannte Ad Libitum Ernährung muss ihnen gewährleistet werden. Sie suchen sich das raus, was sie aktuell brauchen. Für uns Menschen (Dinosaurier) fällt daher häufiger mal eine Gemüsesuppe ab :)


Ein erster Ansatz ist unserer Meinung nach ...

"Was würde ein Kaninchen fressen, trinken und machen, wenn es in der freien Natur leben würde?"

Wir denken, mit diesem Ansatz erklärt sich die Sinnlosigkeit der angeboten Kaninchenprodukte im Tiermittelbedarf und Einzelhandel. Von Häuschen über Nippeltränken bis hin zu Salzlecksteinen und Joghurtdrops. Sind wir ehrlich, wer hat schon mal ein Kaninchen an einer Kuh nuckeln sehen, weil es jetzt Milch bzw. Joghurt wollte? 
Davon abgesehen ist die Natur immer noch das günstigste und gesündeste  Versorgungszentrum, das unseren Wackelnasen zur Verfügung steht ;)